Ein Gespräch, das nachwirkt…
Sicherheit, Sinn Und Verantwortung – Gedanken Nach Einem Gespräch
Heute hatte ich ein Gespräch mit Tobias’ Therapeutin. Sie war sichtlich enttäuscht über die Zerstörung eines Klettergerüsts auf dem Spielplatz in unserem Dorf. Ihre Fragen waren ehrlich und offen:
Warum machen Jugendliche so etwas?
Was passiert gerade in den Köpfen junger Menschen?
Entsteht Aggressivität schleichend – oder war sie schon immer da?
Von dort aus weitete sich unser Gespräch. Sie fragte sich, warum es immer mehr Schicksale wie das von Tobias gibt. Warum die Zahl der Betroffenen steigt. Eine Antwort darauf gibt es wohl nicht. Wir können nur spekulieren.
Meine Perspektive
Ich bin ein spiritueller und religiöser Mensch. Schon immer habe ich mich mit dem Leben auf beiden Seiten der sichtbaren und unsichtbaren Welt auseinandergesetzt. Bereits in jungen Jahren entwickelte ich eine besondere Neugier – nicht für das Offensichtliche, sondern für das, was man nicht sehen kann.
Ich wusste früh, dass ich anders war als meine Peers. Nicht sichtbar, nicht laut – aber spürbar. Meine Interessen galten dem Inneren der Menschen. Ich zog oft Menschen mit tieferliegenden Problemen an und hatte ein feines Gespür für ihre Gefühle. Häufig sah ich Auswege, wo andere nur Chaos empfanden. Und ich verstand lange nicht, warum es für manche so schwer war, dem eigenen inneren Gewitter zu entkommen, obwohl der Weg für mich so klar schien.
Mit den Jahren lernte ich jedoch etwas Entscheidendes: Das Leben besteht nicht darin, die Energien anderer aufzusaugen. In solchen Situationen ist es ebenso wichtig, sich selbst zu schützen.
Sicherheit – ein verlorenes Gefühl
Das Gespräch heute Morgen gab mir den Raum, einen Gedanken auszusprechen, der mich schon länger begleitet: Die Welt hat vielen jungen Menschen das Gefühl von Sicherheit genommen. Nicht, weil sie von Natur aus „schlecht“ wären, sondern weil ihnen Halt fehlt.
Das Leben bringt Leid mit sich – das war schon immer so. Doch umso wichtiger ist es, den Kopf zu heben und nicht zu resignieren.
Als religiöser und spiritueller Mensch glaube ich an Lernaufgaben im Leben. Ich glaube an schützende Gesetze – sichtbare und geistige. Ich glaube daran, dass Liebe, Humor, Glaube und Hoffnung Werkzeuge sind, mit denen wir das Leben besser meistern können.
Und ich glaube daran, dass wir Erwachsene Vorbilder sein dürfen – und müssen.
Verantwortung der Erwachsenen
Wenn Politik, gesellschaftliche Strukturen oder Verantwortliche eines Landes es nicht mehr schaffen, Sicherheit in den Köpfen der Menschen zu verankern, dann liegt diese Aufgabe bei uns allen.
Bei den Erwachsenen.
Es ist nicht leicht, die Angst vor Krieg, wirtschaftlichem Zusammenbruch oder der Trennung von Familien nicht selbst zu spüren. Doch vielleicht hilft es, bewusster zu leben:
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weniger Nachrichten zu konsumieren,
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sich nicht permanent der Angst auszusetzen,
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wieder aktiv Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen,
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sich um den Nächsten zu bemühen,
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statt sich hinter Arbeit, Bildschirmen oder den eigenen vier Wänden zu verstecken.
Ein leiser Appell
Sicherheit beginnt nicht in Systemen – sie beginnt in Beziehungen. In Begegnungen. In Menschlichkeit.
Vielleicht können wir nicht alles ändern. Aber wir können präsent sein. Zuhören. Hoffnung leben.
Und manchmal reicht genau das aus, um einem jungen Menschen wieder Boden unter den Füßen zu geben.
Weniger Angst. Mehr Verbindung. Mehr Menschlichkeit.
Alles Liebe, Eure Katja, Tyler und Tobias
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